Der Sportplatz in Remmighausen

Vorbemerkung:
Dies ist ein sehr (!) textlastiger Beitrag. Als Informationsquelle diente mir einmal die vorhandene Vereinschronik, die Ausgaben der LZ (Lippische Landeszeitung) aus den jeweiligen Jahren und eigene Erinnerungen. Sollte jemand über zusätzliche Informationen (Bilder, Berichte etc.) verfügen, dann hätte ich großes Interesse diese in diesen Text mit einzubinden.

Teil 1 – Wie alles begann – September 1954
Teil 2 – Das Topspiel 1955
Teil 3 – Flutlicht – August 1966
Teil 4 – Kunstrasen – Juli 2002

Wie alles begann – September 1954

Am Wochenende des 4. und 5. September erfolgte nach 1/2jähriger Bauzeit die Einweihung des damals neu erbauten Sportplatzes nahe der Werre in Remmighausen. Es wurden 3000 Arbeitsstunden durch Eigenleistung der Vereinsmitglieder des TuS Eichholz-Remmighausen aufgebracht.

Die LZ berichtete von der Einweihung wie folgt: „ Voller Stolz marschierten die Vereinsmitglieder am Sonntagmittag im Festzug zum neuen Platz, der eine völlig neue Oberfläche mit Drainage und eine Umrandung erhielt. Terrassen und ein aufgeschnittener Wall sorgen für beste Sicht der Zuschauer.“

Das Festprogramm beinhaltete zahlreiche Veranstaltungen, die schon am Samstag mit den Bundes-Jugendwettkämpfen und den Vereinsmeisterschaften begannen. Sportwart von der Linden nahm dabei die Siegerehrung vor. Wenn man sich die Ergebnisliste anschaut, fallen einem durchaus noch heute vertraute Namen auf. Sop z.B. bei den Vereinsmeisterschaften der Senioren:
Arthur Plötner, Kurt Tödtmann, Reinhard Richts, Ernst Gand, Friedhelm Benning und Werner Köller.
Bei der Jugend:
Reinhard Krähe, Winfried Thaczik, Jürgen Vathauer, Günter Mischer und Rolf Strüber.
Bei den Schülern:
Horst Grüttemeier, Winfried Spettmann, Klaus Stölting, Hans Mehnert, Dieter Freiberger, Sieghard Wieneke und Hubert Horst.
Bei den Schülerinnen:
Ingrid Köching, Rosemarie Manns, Erna Krüger, Brigitte von Probrucki, Traute Spieker, Karin Warmuth, Heidemarie Krumme, Roswitha von Probrucki, Giesela Siebje und Ilse Redeker.

Die Spiele zur Einweihung fasste die LZ im Kommentar wie folgt zusammen: „Im Handballspiel schlug die erste Garnitur des TuS die Herrentruper Elf mit 13:8. Im Jugendfußball schlug der Platzverein die Holzhauser Mannschaft mit 4:1. Die Fußballreserve steckte gegen zweite Mannschaft aus Horn eine 0:2 Niederlage ein. Recht beachtlich hielt sich die erste Fußballmannschaft. Sie hatte sich zum Werbespiel TuS Horn eingeladen. Als das Spiel (*wg.Regen) abgebrochen wurde, hielt sie immer noch einen knappen 3:2 Vorsprung der Gäste.“

Höhepunkt der Feierlichkeiten war der Feldhandball-Großkampf des Oberligisten TSG v. 1860 Lage gegen VfB Einigkeit Herford, der allerdings zum Teil dem Dauerregen zum Opfer fiel. Die Überschrift der LZ lautete am folgenden Montag: „Platztaufe in Remmighausen mit viel Wasser“. Im gleichen Bericht hieß es aber auch „Die Sportler können ohne Überheblichkeit sagen … wir haben einen Sportplatz, der zu den schönsten im Kreise Detmold zählt“. Jeweils am Samstagabend und am Sonntagabend ließen die Sportler den Tag mit fröhlichem Tanz im Dreierkrug ausklingen.

14. Mai 1955 – Das Topspiel

Der Fußball stand beim TuS Eichholz-Remmighausen zunächst nicht so im Mittelpunkt, was sich aber nach und nach änderte. Vielleicht auch weil Deutschland 1954 Fußballweltmeister wurde. Im Nachgang und geplanter Ergänzung zu der Sportplatzeinweihung fand im Mai 1955 das Fußballspiel zwischen der SpVgg Fürth (mit den 3 Nationalspielern: Mai, Erhard und Gottinger) und dem TSV Detmold auf dem Sportplatz in Remmighausen statt. Der bekannte LZ Sportreporter Albert Hey überschrieb seinen Bericht mit den Worten „Detmolder Kampfgeist siegte über Fürther Abseitsfalle“.

Der TSV Detmold unter Trainer Artur Gruber bot ein großartiges Spiel und siegte verdient mit 5:3 (2:2), dabei erzielte der Detmolder „Theo“ Schlink 4 Tore. Die begeisterten Zuschauer sahen den besten Fußballsport der seit langem in Fußball-Lippe geboten wurde. Vielleicht nur überboten durch den Sieg des TSV Detmold im Endspiel 1950 um die Westdeutsche Amateurmeisterschaft. In der Detmolder Elf stand auch Kurt Leichner, der später für kurze Zeit auch Trainer in Eichholz war. Hans Kampe sen. der Landesliga Aufstiegstrainer des TuS war zu der Zeit nicht mehr beim TSV Detmold aktiv.

Aus den Vorspielen sei ein Ergebnis hervorgehoben. Da deklassierte die Fußballjugend des BSV Blomberg (Trainer Brannolte) den Lippischen Jugendmeister RSV Klüt mit 8:1.

Die 4000 Sportbegeisterten, die trotz Gewitterregens den Weg nach Remmighausen gefunden hatten, verließen zufrieden die bestens hergerichtete Sportstätte. Der TuS wurde für seinen wagemutigen Einsatz zu guter Letzt doch noch mit erträglichem Fußballwetter belohnt. Doch die Veranstaltung bringt der Vereinskasse statt eines erwarteten Gewinns einen Verlust von 280,- DM – aber, das ist alles längst Geschichte!

Flutlicht ab dem Sommer 1966

Das Flutlicht (6 Masten) wird mit beträchtlicher Eigenleistung fertiggestellt. Flutlichtspiele sind auf Kreisebene zu der Zeit noch ungewohnt und erzielen einen überaus großen Zuspruch bei den Zuschauern – oft waren über 200 Zuschauer bei den Abendspielen in der Woche zugegen. Sicher auch, weil attraktiver Fußball in den Nachbarschaftsduellen z.B. mit dem TuS Horn geboten wurde. Die 1. Mannschaft spielt zu der Zeit in der Landesliga, bzw. in der Saison 66/67 in der Bezirksliga. Die Flutlichtpremiere erfolgte mit einem 2:o Sieg im Freundschaftsspiel gegen die SpVg Heiligenkirchen. Auch die Detmolder Kreisauswahl unter KJO Erfkamp gastiert und trägt abends in Remmighausen Testspiele aus.

1974/1975 – Der Umbau
Der Rasenplatz wird durch die Vielzahl der fußballspielenden Mannschaften im TuS sehr stark beansprucht – die Qualität verschlechtert sich zusehends. So wird der Rasenplatz schließlich zu einem Tennenplatz umgebaut, um einen geregelten Spielbetrieb über das ganze Jahr zu ermöglichen. Rund um den Sportplatz finden natürlich auch weitere Aktivitäten des Sportvereins statt. Zu nennen sind beispielsweise die legendären „Werre-Cross“ Wettkämpfe, das Spiel ohne Grenzen oder auch die Sportfeste. Eine Sprunggrube und eine 100 Meter Bahn erlauben u.a. auch den Leichtathleten (heute vorwiegend im Schülerbereich und Schulsport) dort ihre Übungsstunden ab zu halten.

Mit dem Tennenplatz wird der TuS aber nie so richtig warm. So fällt auch später (1986) die Nuklearkatastrophe von Tchernobyl in diese Zeit und eine gewisse Unsicherheit (der Spiel- und Trainingsbetrieb wird teilweise eingestellt) stellt sich ein. Auch gibt es rote Asche in den angrenzenden Vorgärten wenn Ostwind über den Platz fegt, was verständlicherweise zu Unmut bei den Nachbarn führt. Sportlich ist der Umbau kein Vorteil für den TuS. Die 1. Mannschaft steigt aus der Bezirksliga in die Kreisliga ab, sicher nicht nur dadurch begründet, dass die Heimspiele in Berlebeck ausgetragen wurden.

Neues ab dem Sommer 1982
Beginn der Umbaumaßnahme „Schwabenkampfbahn“ zu einem Rasensportplatz in Spork-Eichholz. Von vielen Mitgliedern werden etliche Stunden Eigenleistung erbracht, bis im September 1983 die Schwabenkampfbahn mit einem Sportfest eingeweiht wird. Endlich kann der TuS wieder auf Rasen Fußballspielen.

Es blieb jedoch immer ein Nachteil, dass es dort am Platz keine Umkleidemöglichkeiten gab.  Die aufwendige Platzpflege, die mittlerweile komplett dem Verein aufgebürdet wurde und die nicht erfolgte Zustimmung dort ein kleines Sporthäuschen mit  Umkleidetrakt bauen zu können, führten schließlich zur Aufgabe der Schwabenkampfbahn.

Erfreuliches aus dem Juli 2002

Ein für den TuS sensationeller Ratsbeschluss der Stadt Detmold ergibt: Der Sportplatz Remmighausen wird zu einem Kunstrasenplatz umgebaut, selbst das WDR Fernsehen berichtete. Das ist auch heute noch nach 14 Jahren die Realität (wir sind aktuell im Jahr 2016).  Der TuS konnte sich, aus einigem Abstand betrachtet, letztlich sehr gut mit den neuen Gegebenheiten arrangieren.

Vor kurzem erst (Frühjahr 2016) wurden zwingend notwendige Wartungsarbeiten am Platz durchgeführt. Dadurch, dass der Platz jederzeit offen zugängig ist, ist dies auch ein Signal für Hobbyfußballer sich dort sportlich zu betätigen. Nicht immer wird der Platz dann so verlassen wie er vorgefunden wurde – das ist aber eher ein allgemeines gesellschaftliches Problem, dass uns den Spaß und die Freude solch eine Sportstätte nutzen zu können nicht verderben sollte.

Mein Fazit:

Der Sportplatz mit (Kunst-)Rasen an der renaturierten Werre im Ortsteil Remmighausen ist für viele Bürger der Ortsmittelpunkt. Ganz in unmittelbarer Nähe zur Grundschule mit dem Remikenhus (Dorfgemeinschaftshaus) gelegen, direkt neben dem Vereinsjugendheim (Versammlungsstätte) und nah zur modernen Sporthalle mit dem Umkleidetrakt und der Kindertagesstätte. Der Sportplatz stand auch zur 100 Jahrfeier des TuS im Jahr 2012 im Mittelpunkt. Alle Events und Feierlichkeiten spielten sich zentral in unmittelbarer Nähe ab – ganz kurze Wege, ob ins Festzelt oder auf die Feiermeile in der Fried und auf den Schulhof.

Der Werre-Sportplatz wird täglich (7 Tage die Woche) durch Training und Spiele von zur Zeit 15 Mannschaften und weiteren Sportgruppen des TuS Eichholz-Remmighausen genutzt. Für das Fußball-Kreisauswahltraining und den Schulsport ist zusätzliche Platzbelegungszeit reserviert.

Info:
Für den Fall, dass jemand (wie am Anfang geschildert) über zusätzliche Informationen (Bilder, Berichte etc.) verfügt und mir diese zur Verfügung stellen möchte – bitte diese Kontaktadresse nutzen: info@tuseichholzremmighausen.de oder über das Kontaktformular der Website eine Nachricht hinterlassen.