Befreiender Sieg und wieder ein herber Verlust in Brakel

Jana - spielfreudig reisst sie das Team mit
Jana – spielfreudig reisst sie das Team mit

Die Auswärtsspiele der TuS-Frauen in Brakel hatten in den vergangenen Jahren immer etwas Besonderes zu bieten. Das sollte sich auch in dieser Saison nicht ändern! Die neuformierte Frauenmannschaft des TuS zeigte schon kurz nach der Anreise bereits beim Aufwärmen den neuen Teamgeist.

"The New Generation" - TuS-Frauen beim Aufwärmen
„The New Generation“ – TuS-Frauen beim Aufwärmen

Während die Brakelerinnen zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal auf dem Platz befanden, motivierte Kai sein Team. Der TuS übernahm direkt nach dem Anpfiff des Schiedsrichters die Initiative. Bereits in den ersten Minuten ergaben sich mehrere gute Torgelegenheiten. Janine und Sina bekamen viele Bälle aus dem druckvollen Mittelfeld fast mustergültig vorgelegt. Immer wieder tat sich dann aber der Keeper der Hausherrinnen mit klasse Reflexen hervor und vereitelte mehrere Großchancen.

Janine verzweifelt am guten Keeper - auch Sina kann nicht mehr eingreifen
Janine verzweifelt am guten Keeper – auch Sina kann nicht mehr eingreifen

Knapp eine Viertelstunde war gespielt, als die Gastgeberinnen ihrerseits mit dem ersten Angriff zum Erstaunen aller die Führung erzielten. Aus stark abseitsverdächtiger Position gelang den Brakelerinnen dieser Treffer, wobei auch Stellungsfehler in der Hintermannschaft vorausgingen. Danach rannte der TuS wieder auf das Tor der Brakelerinnen, die nun sehr tief standen. Das gut gestaffelte Mittelfeld des TuS fing nun fast jeden Ball bereits auf Höhe der Mittellinie ab.

Celine kämpft um jeden Ball - klasse Einsatz
Celine kämpft um jeden Ball – klasse Einsatz

Jana und Kathrin boten sich mit ihrem flexiblen Spiel immer wieder für Celine und Marielle als Anspiel- und Verteilposition an. Mit diesem Wechselspiel im zentralen Mittelfeld machte der TuS enormen Druck auf das Brakeler Tor. Kaum einmal wagten sich die Hausherrinnen noch über die Mittellinie hinweg.

Yasmin kontrolliert Ball und Spiel - mit Blick für Jana (6)
Yasmin kontrolliert Ball und Spiel – mit Blick für Jana (6)

Leider musste Yasmin verletzungsbedingt nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. Bis zu ihrer Auswechselung machte sie ihre Sache in der rechten Defensive sehr ordentlich. Nach der Balleroberung fand sie mit gutem Auge immer den Weg zur nächsten freien Mitspielerin.

Ricarda - körperbetont und selbstbewußt
Ricarda – körperbetont und selbstbewußt

Ricarda übernahm die Position in der Hintermannschaft des TuS. Auch sie fand sich recht schnell ins Spiel ein, da die Brakelerinnen bis zur Pause keine Offensivbemühungen mehr starteten. Es entwickelte sich tatsächlich ein Spiel auf ein Tor, auf das der Gastgeberinnen. Zur Pause ein Rückstand, wie man ihn selten zu sehen bekam.

Keeper am Boden - Ball wieder nicht drin
Keeper am Boden – Ball wieder nicht drin

Die Halbzeitführung stellte natürlich den Spielverlauf komplett auf den Kopf. In dieser Situation war natürlich der neue Trainer gefordert.

Ball an die Latte - Sina und Jana können nicht eingreifen
Ball an die Latte – Sina und Jana können nicht eingreifen

Eine Vielzahl an großen Torchancen nicht genutzt und bei dem einzigen Angriff der Gegner einen Treffer zu kassieren – da war die Motivationsarbeit von Kai in der Pause aller erste Klasse. Sofort nach dem Wiederanpfiff sah man das Resultat der Halbzeitansprache. Es gab wieder nur eine Richtung. Powerplay auf das brakeler Tor, die Hausherrinnen in der eigenen Hälfte beschäftigen…

Mit enormer Kampf- und Laufbereitschaft zeigte sich der TuS von seiner besten Seite. Nach einer Kopfballvorlage von Jana drückte Janine das Leder aus kurzer Entfernung über die Linie. Natürlich wurde der hochverdiente Ausgleich vom TuS und seinen Anhängern entsprechend bejubelt. Nach diesem gesamten Spielverlauf bis zur 65. Spielminute wunderte es auch nicht, dass nun weitere Kräfte bei den Grün-Weißen freigesetzt wurden. Es wurde um jeden Ball gekämpft. Die TuS-Frauen gaben sich offensichtlich nicht mit dem einen Punkt zufrieden. Immer wieder rollten die Angriffe auf das Tor der Gastgeberinnen. Wiederum nach einem hohen Ball drehte sich Sina in die Flanke und erzielt mit ihrem „vorbildlichen Hüftschwung“ das 2:1. Torwart und auch sämtliche Abwehrspielerinnen waren von dieser Aktion wohl so überrascht, dass sie nur erstaunt zuschauen konnten, wie der Ball im Netzt zappelte. Der TuS beglückwünscht Sina, die zuvor in einigen Aktionen ein wenig glücklos agierte, zu diesem außergewöhnlichen Treffer. Mit großem Jubel wurde die 2:1-Führung gefeiert. Nun kam auch vom Coach die klare Anweisung, dass Rania, die zuvor in die Offensive gerufen worden war, wieder ihre Libero-Position einnehmen sollte. Entsprechend durfte Marielle wieder ins Mittelfeld, nachdem sie auch ihre zwischenzeitliche Aufgabe als Libero hervorragend gelöst hatte.

Marielle - hier stark über die rechte Seite - effektiv
Marielle – hier stark über die rechte Seite – effektiv

Noch waren etwa 7 Minuten zu spielen. Konzentration hochhalten und den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen war nun die Devise von Kai, der das mit motivierenden Kommandos auch auf den Platz brachte. Die Blicke zur Uhr wurden natürlich häufiger. Noch zwei Minuten zu spielen; der TuS fängt die Angriffsbemühungen der Hausherrinnen erfolgreich ab. Nach einem Laufduell an der rechten Außenlinie ging Sina schreiend zu Boden, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Coach und Betreuer waren sofort bei ihr, konnten förmlich mit ansehen, wie das Fußgelenk anschwellte und sich stark blau-grün verfärbte. Nach dem unglaublichen Verletzungspech der letzten Monate reiht sich nun Sina als weitere Schwerverletzte ein. Nach der ersten Liveschaltung mit Labbe, der Sina ins Krankenhaus begleitete, bestätigte sich die Befürchtung: Diagnose Bänderriss.

Sina – Kopf hoch und baldige Genesung…!

Auf dem Feld plätscherten die letzten Sekunden des Spiels dahin. Natürlich waren die TuS-Frauen mit den Gedanken mehr bei Sina als konzentriert am Gegner. Dann endlich der Schlusspfiff. Der 2:1-Sieg mehr als hochverdient; der Verlust von Sina tut sicher noch die nächsten Wochen sehr weh…